Alle Artikel mit dem Schlagwort: glaube

Dürfen Christ/innen reich sein?

In den letzten Wochen habe ich mich viel mit dem Thema Finanzen auseinandergesetzt. Immer wieder bin ich zu der Frage gekommen, ob finanzieller Reichtum für Gläubige überhaupt okay ist. Ist Armut nicht eher ein Zeichen für Glaubensstärke? Sollte ich als Christin nicht bescheiden leben – fromm, großzügig und demütig, um damit der Wesensart Jesu zu entsprechen?  Für die Frage, wie sich Gott unsere Finanzen wünscht, müssen wir erst mal klären, was finanzieller Reichtum bedeutet. Würdest du sagen, dass du reich bist, wenn du … jeden Tag genug zu essen hast?  … nicht in einer WG wohnen musst, sondern dir eine eigene Wohnung leisten kannst? … dir diese Wohnung sogar gehört? … einen 450€ Job hast? … mehr als 50.000€ oder 100.000€ im Jahr verdienst?  … es dir leisten kannst, zweimal im Jahr in ein anderes Land zu reisen? Für den einen hat man es in den „Kreis der Reichen“ geschafft, wenn 100.000€ auf dem Konto sind. Ein anderer fühlt sich schon bei 50.000€ reich. Fakt ist, dass wir in Deutschland wohlhabender sind als der Großteil …

Ein Armband als Erinnerung für mehr Nächstenliebe

„Und was sollen wir sagen?“ fragt mich Marie während wir im englischen Chelmsford auf einen Obdachlosen zugehen. „Das werden wir schon sehen – das ergibt sich.“ versuche ich uns zu beruhigen und meine eigenen Hemmungen zu überspielen. Wir nähern uns dem Vodafone Laden, vor dem ein Mann auf dem Boden sitzt. Während er Armbänder flechtet und wir ihn begrüßen, blickt er auf. Er sieht älter aus, als er ist. Seine angefertigten Armbänder erleichtern uns den Gesprächseinstieg. Marie fragt neugierig, was er da macht. Wir sind interessiert und gehen neben ihm in die Hocke. Und so beginnt unser Gespräch. Ein Gespräch, das die nächsten 60min dauert und Marie und mich nachhaltig verändern wird.  Im letzten Semester studierten Marie und ich in Großbritannien und lebten in dem kleinen typisch englischen Städtchen Chelmsford. Unsere Sonntage verbrachten wir häufig im nicht weit entfernten London und besuchten die Hillsong Church. Dabei ist es fast schon zur Tradition geworden, den Sonntagabend danach mit ein-zwei Pints Cider in unserem Lieblingspub ausklingen zu lassen. Ich erinnere mich gern an unsere Gespräche. Wieder einmal …

Zurück zur Wurzel.

Wissbegierig. Lustig. Inspirierend. Müsste ich Dina in nur drei Worten beschreiben, wären es genau diese. Dina ist aber natürlich noch viel mehr! Sie ist eine großartige Freundin und eine super Leiterin meiner Kleingruppe im ICF Halle (International Christian Fellowship). Da habe ich sie vor ungefähr einem Jahr kennengelernt. Sie hat ein bemerkenswert tiefes Vertrauen in Gott und ein unfassbar großes Herz. Das schlägt vor allem für Israel. Seit 2017 ist sie unter anderem auch für das Movement ReformaZion (dazu später mehr) in ganz Deutschland unterwegs. Erzählt mir Dina, dass sie am Wochenende verplant ist, bedeutet das zu 90%, sie ist entweder in Israel, auf einem Israelkongress oder auf irgendeiner anderen Israelveranstaltung. Doch woher kommt eigentlich ihre Begeisterung für Israel? Ich frage Dina, wann sie ihre Leidenschaft zu Israel entdeckt hat und sie erklärt, dass sie schon immer damit gelebt hat. Sie ist quasi mit der Liebe zu dem Land aufgewachsen. In Dinas ersten Lebensjahren ist sie selbst noch Teil einer christlichen Glaubensgemeinschaft, die – wahrscheinlich mehr als andere Gemeinden – ihr Augenmerk auch auf Israel und das jüdische Volk richteten. …

An mehr als nur eine Religion glauben. Geht das?

„Du kannst nicht drei verschiedene Religionen gleichzeitig haben. Wenn man an alles gleichzeitig glaubt, ist es im Grunde genommen nichts anderes, als wenn man an gar nichts glaubt.“ Ein Satz aus dem Film Life Of Pi, der bei mir hängengeblieben ist. Der fiktive Film handelt von einem indischen Jungen, der seine ganze Familie bei einem Schiffsunglück verliert und wochenlang in einem Rettungsboot (und in Gesellschaft eines Tigers) auf dem Pazifik treibt. Das Zitat stammt vom Vater des Jungen, als die Familie noch in Indien gelebt und einen Zoo bewirtschaftet hat. Zu diesem Zeitpunkt hat der kleine Pi Bekanntschaft mit den hinduistischen Gottheiten, mit Jesus Christus und mit Allah gemacht. Und weil er sich zu allen hingezogen fühlt, tut er was? Genau, er betet zu allen. Pis Vater stört sich daran. Er glaubt an die Erkenntnisse der Wissenschaft und betont, Pi solle seinen Glauben immer mit rationalem Denken begründen und hinterfragen. Später im Film erklärt der Erwachsene Pi, der Glaube sei wie ein Haus mit vielen Zimmern auf vielen Stockwerken. Und dort ist auch Raum für …