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Religion kann niemals Hass sein. Moslem Hani über seinen Glauben.

Es ist Mittwochabend. In gemütlicher Runde sitzen wir mit Maries syrischem Mitbewohner Hani zusammen. Wir bestellen uns Pizza, schlagen uns den Bauch voll und unterhalten uns über unseren Glauben. Wie jedes Mal, wenn ich bei Marie zu Besuch bin, beeindrucken mich Hanis Freundlichkeit und seine wahnsinnig friedliche Ausstrahlung. Ich bin gespannt, was er uns über sein Leben und seinen Glauben erzählen wird. Für mich ist es das erste Mal, dass ich mit einem Moslem so richtig über Religion spreche. Eigentlich verrückt, ist mir der Austausch unter Gläubigen doch so wichtig.

Hani ist 28 Jahre alt. Er kommt aus Damaskus und lebt seit mehr als zwei Jahren in Deutschland. In Magdeburg ist er in den letzten Zügen seines Masterstudiums. Wo für mich ein komplettes Studium in einer anderen Sprache unvorstellbar wäre, will Hani unbedingt Elektrotechnik auf Deutsch studieren. „Das war mein Traum eigentlich, hier weiter zu studieren in dieser Fachrichtung Erneuerbare Energie.“, erzählt uns Hani mit leuchtenden Augen. Die Idee nach Deutschland zu kommen, kam ihm 2007, nachdem sein Vater für zwei Monate in Kaiserslautern gearbeitet hat. Außerdem sei Deutschland berühmt für die Fachrichtungen IT, Technik und Maschinenbau und zudem günstiger als andere EU-Länder.

Seine Beantragung des Studentenvisums dauerte ganze sechs Monate. Ich muss gestehen, dass ich es schon extrem lästig und nervig finde, für manche Visa bis nach Berlin oder Frankfurt fahren zu müssen. Umso bemerkenswerter finde ich es, dass Hani für seinen Traum, in Deutschland zu studieren, bis in den Libanon gereist ist. Grund dafür ist, dass die Deutsche Botschaft in Damaskus wegen des Krieges bis auf weiteres geschlossen ist.

Hani kommt aus einem  „guten“ Elternhaus. Sein Vater ist Agrarwissenschaftler, seine Mutter und sein Bruder arbeiten als Zahnärzte und seine Schwester hat Maschinenbau studiert. Beide Geschwister leben aber schon lange nicht mehr in Syrien. Der Krieg hat sie nach Saudi Arabien und Abu Dhabi getrieben. Hani war im sechsten Semester, als 2011 Unruhen in Syrien ausbrachen. Terroristen, das Militär und Raketen prägen seitdem mehr oder weniger das Stadtbild. Der Grund dafür bleibt Hani unklar. Ein bisschen traurig, aber auch mit einer festen Überzeugung erzählt er uns: „Für mich gab es keine dritte Wahl: entweder in Syrien bleiben und zum Krieg gehen oder aus Syrien auswandern. Und das war meine Entscheidung.“. Wir fragen Hani, was aus seinen syrischen Freunden geworden ist und er erklärt uns, dass sie überall auf der Welt sind. In Deutschland, der Türkei, dem Libanon, Dubai, Quatar, Ägypten, Kanada, den USA, Malaysia – einfach überall.

Marie und ich interessieren uns für Hanis Leben in Damaskus – wie ist es im Vergleich zu Deutschland? Er erzählt uns, dass es sich von seinem jetzigen Alltag gar nicht so unterscheidet. „Mein Leben in Damaskus war sehr ähnlich wie hier – sehr intensiv mit lernen, studieren und so.“ Das, was wir Deutschen als selbstverständlich und manchmal sogar als lästig empfinden, gefällt Hani in Deutschland besonders gut. „In Deutschland ist jede Sache organisiert. Gut organisiert. Es gibt Regeln für fast alles. Und ich mag das. Bei uns beispielsweise gibt es so was nicht. Bei uns ist alles etwas chaotischer…“. Dann sind da noch Technik und Umweltschutz – beides hat in Deutschland einen großen Stellenwert und das begeistert Hani sehr. Doch es gibt auch Punkte, die für ihn im direkten Vergleich schlechter abschneiden. Hani thematisiert die Unterschiede im gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen. Er erinnert sich und erklärt uns: „Die schönste Sache in Syrien – oder in arabischen Ländern – im Vergleich zu hier ist, dass die Sozialgesellschaft sehr, sehr viel besser ist. In Deutschland ist jede Person allein, kann ich sagen. Bei uns ist das umgekehrt. Wir sind zusammen, essen zusammen. Die Kinder studieren in derselben Stadt, wohnen mit den Eltern. Bis sie vielleicht 25 Jahre alt sind… Der zweite Nachteil ist, wenn eine Person Rentner wird, sitzt sie im Heim. Und das ist bei uns komplett unzulässig. Wenn das die Kinder zulassen, sind sie unhöflich.“. Ein Gedanke, über den ich in der Form noch nie so richtig nachgedacht habe und der mich noch lange beschäftigt.

Schließlich gehen wir in dem Gespräch noch etwas tiefer und fragen nach Hanis Glauben. „Meine Familie ist muslimisch und ich bin automatisch Moslem – ist klar. Und darauf bin ich auch sehr stolz.“ sagt er überzeugt. Dass man automatisch Moslem ist, verwundert Marie und mich und wir haken genauer nach. Eine Initiation oder eine Art offizielle Bekennung oder Eintreten, wie wir es aus der christlichen Kirche kennen, gibt es im Islam nicht. Wir bitten Hani, uns mehr über den Islam zu erzählen – scheint ja so, als ob wir echt wenig darüber wissen. „Eigentlich ist der Islam die letzte Religion nach dem Christentum. Das heißt danach kommt nichts – kein Prophet mehr. Unser Prophet, Mohammad, ist der letzte Prophet. Im Islam stimmen wir zu, dass es Christen und Juden gibt. Das steht in unserem Koran. Im Koran steht so viel über Jesus und Moses, auch Maria – die Mutter von Jesus. Der Islam sagt, dass die Nachricht mit Moses begann, danach kam Jesus und danach Mohammad. Christen gehen nur sonntags in die Kirche, um zu beten und so und wir müssen jeden Tag beten – fünfmal pro Tag.“. Rückblickend betrachtet, finde ich diese Stelle im Gespräch super spannend. Denn genau hier beginnt der Austausch, der Dialog. Ich erkläre Hani, wie mein Gebetsleben als Christin aussieht. Christ sein, bedeutet nicht nur, sonntags in die Kirche zu gehen. Wir erkennen beide, dass sich hier der Islam und das Christentum also doch nicht ganz so sehr unterscheiden.

Wir steigen tiefer in das Thema Gebet ein. Hani öffnet sich und lässt uns an seinen ganz persönlichen Gedanken teilhaben. „Das ist ein bisschen schwer, jedes Gebet so intensiv zu beten und zu denken. Aber wenn ich bete, dann bin ich immer froh. Das ist wie so ein Sprachanruf zwischen Mann und seinem Gott. Und in diesem Gebet frage ich etwas meinen Gott und dann passiert das einfach. Manchmal nicht sofort. Manchmal dauert es. Beispielsweise das mit Deutschland, habe ich so viele Gedanken dran verschwendet, habe ich so viel gebetet. Ich habe bei Gott nachgefragt ‚Mein lieber Gott ich will nach Deutschland – ob das gut ist? Gib mir diese Chance, wenn nicht, gib mir eine andere Chance.‘ Und ja, jetzt bin ich hier und bin komplett überzeugt, dass ich ohne Gott nicht in Deutschland wäre, um meinen Traum hier zu erleben.“ Wow was für ein Vertrauen in Gott! In diesem Moment bin ich einfach nur überwältigt. Obwohl Hani Moslem ist und ich Christin, denken wir so ähnlich! Seine Schilderungen lassen mich schließlich vermuten, dass wir an ein und denselben Gott glauben. Ich fühle mich mega verbunden mit ihm.

Sein Vertrauen in Gott wird auch sichtbar, als er uns erzählt, dass er in Damaskus drei  Raketenangriffe bzw. Explosionen überlebt hat. An einem Morgen hat er verschlafen, weil sein Wecker nicht geklingelt hat. Kaum ist er aufgewacht, hört er einen lauten Knall. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es in seiner Universität eine Explosion gegeben hat. Er weiß, dass er in diesen Momenten von Gott beschützt wurde. „Ich bin überzeugt, Gott liebt mich.“ sind seine Worte und er ergänzt „Ich bete für ihn. Und wenn ich bete und seine Gesetze befolge, dann wird er mich unterstützen.“

Was sind das eigentlich für Gesetze, die ein Moslem befolgen muss? „Beten, nicht lügen. Man muss ein guter Mensch sein. Kein Alkohol – im Islam ist Alkohol verboten. Kein Schweinefleisch, auch kein Sex. Sex ist verboten, bis wir heiraten. Ja solche Dinge. Und auch den Propheten Mohammad anerkennen.“. Marie lässt wie immer nicht so schnell locker und fragt, was es bedeutet, ein guter Mensch zu sein. Hani erklärt uns „Guter Mensch… Er hasst niemanden, lügt nicht, er sollte freundlich sein mit allen, immer lächeln. Wenn etwas Schlechtes passiert, das heißt nicht, dass Gott ihn hasst oder so. Vielleicht umgekehrt. Ein guter Mensch mag alle Leute, egal ob Moslem oder Christ… Es gibt keinen Grund dafür, andere zu hassen.“.

Das ist ein gutes Stichwort. Uns interessiert es nämlich brennend, wie Hani – oder auch Moslems allgemein – zu Christen bzw. Juden stehen. Im Gespräch erzählt er uns, dass man im Islam nicht an Jesus als Sohn Gottes glaubt. Jesus ist genauso wie Moses und Mohammad ein Prophet. Auch glauben Moslems nicht, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden ist. Hani erklärt uns, dass das Judentum, das Christentum und der Islam eng miteinander zusammenhängen und die Menschen durch Moses, Jesus und Mohammad Schritt für Schritt von der Botschaft Gottes hören. Letztendlich sollen auch Juden und Christen dem Islam folgen, weil Mohammed der letzte Prophet war. Ich verstehe seine Schilderungen so, dass im muslimischen Verständnis Juden und Christen – auch aus der historischen Entwicklung heraus – noch nicht so weit oder erleuchtet sind wie Moslems. Obwohl ich überrascht bin, dass auch Moses und Jesus eine große Bedeutung im Islam haben, macht es mich ein wenig stutzig, dass wir als Christen – genauso wie Juden – als noch nicht richtig angekommen gelten.

Dieser Fakt beeinflusst aber nicht, wie Hani zu Nicht-Moslems steht. Er erklärt uns: „Die schönste Sache im Koran ist, da steht: Gott sagte, ich habe euch erschaffen, damit ihr euch kennenlernt. Ich finde das sehr, sehr schön. Er hat nicht gesagt ‚nur Muslime‘. Das war allgemein gemeint. Ich habe euch geschaffen, damit ihr euch kennenlernt. Einfach so. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich in einer WG mit zwei Deutschen lebe. In der Uni habe ich auch paar deutsche Kollegen, mit denen ich mich immer wieder unterhalte. Andere Kultur sehen. Das ist gut eigentlich. Die schönste Sache ist – egal was ich mache zu Hause mit meinem Gott, bete ich oder nicht, was ich glaube – die Hauptsache ist, man respektiert alle. Punkt. Du bist Christ. Das heißt nicht, ich muss dich hassen – nee! (lacht). Als ich in Damaskus war, hatte ich so viele Freunde, die Christen sind.“

Für Hani ist Religion eine höchst persönliche Angelegenheit. „Es ist völlig egal, was ich mache mit meinem Gott, was ich glaube. Das wichtigste ist, wie ich mit dir umgehe. Punkt.“. Hani gibt uns ein Beispiel: wenn er mit einem muslimischen Freund im Restaurant sitzt und dieser würde Schweinefleisch bestellen, würde sich Hani schon fragen, warum er Schweinefleisch ist. Allerdings würde er nichts sagen. Hani erklärt uns: „Das ist nicht meine Sache. Er ist Moslem – er müsste seine Religion kennen… Das ist eine Sache zwischen ihm und Gott.“ Doch nicht jeder Moslem denkt so verständnisvoll wie Hani. Grund dafür ist aber nicht der Islam, sondern sind die Muslime. Dadurch, dass sie nur wenig oder gar nicht im Koran lesen oder auch nicht beten, entfernen sie sich von Gott.

Unser Gespräch nimmt seinen Lauf und wir tauschen uns über die typisch menschliche Frage des „Warum?“ aus. Hani erklärt uns aus seinem Verständnis heraus, was er darüber denkt. Er meint, dass Gott viel zu groß und zu mächtig sei und der Mensch zu beschränkt, um jegliche Wahrheit zu verstehen. Wenn schlimme Dinge passieren, heißt das nicht gleich, dass Gott den Menschen hasst – ganz im Gegenteil! Hani sieht einen möglichen Sinn darin, dass der Mensch dadurch wieder näher an Gott rückt. In schlechten Zeiten betet man mehr und sucht wieder mehr Gottes Nähe, so Hani. Vielleicht passieren schlechte Dinge, weil Gott will, dass der Mensch wieder zu Gott zurückfindet. Hani betont aber auch, dass er nicht nur zu Gott betet, um einen Wunsch zu äußern sondern auch aus Dankbarkeit. Wir stellen gemeinsam fest, dass Dank genauso in das Gebet gehört wie Bitte.

Gott, so erklärt uns Hani, hat die Aufgabe, zu urteilen und zu richten. Je nachdem, wie sein Urteil ausfällt, kann Gott auch bestrafen. Ob Gott den Menschen bestraft oder nicht, ist nach Hanis Aussage gar nicht so leicht zu erkennen. Vielleicht ist das, was wir als Strafe sehen, gar keine Bestrafung sondern eine Art Liebeszeichen, damit der Mensch wieder mehr Beziehung mit Gott aufbaut. Gott ist nach Hani aber auch ein verzeihender Gott, der bei Reue des Menschen jede Sünde vergeben kann. Wichtig dabei ist aber, dass der Mensch nicht immer und immer wieder dieselbe Sünde begeht. Das Prinzip „ach ich sündige, mir wird ja eh vergeben, ach ich sündige wieder, mir wieder ja auch wieder vergeben“ funktioniert laut Hani also nicht. Wenn man das macht, hat man die Gebote Gottes und auch Gott selbst nicht verstanden.

Eine Frage, die Marie und mir auf dem Herzen liegt, bezieht sich auf das Thema Glaubenskriege. Wir finden es einfach grausam, dass eine Religion, deren Grundaussage die Liebe ist, missbraucht wird, um Menschen zu töten. Damit verbunden ist ja auch, dass der Islam von allen nur noch als Gefahr wahrgenommen wird. Hani erklärt uns, dass Moslems, die den Koran gelesen und verstanden haben, nicht hassen – geschweige denn töten können. Außerdem ist er der Meinung, dass der IS nichts mit dem Islam an sich zu tun hat. Vielmehr geht es um Machtkämpfe und Kontrolle. Hani kritisiert auch die einseitige Berichterstattung der Medien und dass dadurch die Menschen – vor allem auch hier in Deutschland – Angst vor Ausländern und dem Islam bekommen. Nur die schlechte Seite sehen und dabei die Chance verpassen, aufeinander zuzugehen.

Wir driften in unserem Gespräch ein wenig ab und diskutieren darüber, warum immer mehr Menschen an eine rationale und beweisbare Wissenschaft glauben, als an Gott. Für Hani schließt sich das aber nicht aus. Er erklärt uns, dass ihn die Tatsache, Wissenschaftler zu sein, nur noch gläubiger macht. „Wir sind Menschen und Menschen haben beispielsweise dieses Handy gemacht. Das ist von Menschen gemacht. Aber wer hat uns die Fähigkeit zum Denken gegeben? Gott! Wer hat diesen Körper entwickelt? Wir haben in uns eine Pumpe, die mindestens 60 Jahre pumpt – ohne Elektrizität, ohne Reparaturen… Natürlich ist das von Gott.“ Hani ist der Überzeugung, dass das Universum ausreichender Beweis dafür ist, dass es einen Gott gibt. „Das ist nicht nur eine einfache Entwicklung – es gibt keine Zufälle. “. Für mich ist das ein Zeichen tiefster Dankbarkeit und Demut.

Wir spinnen den Gedanken ein wenig weiter und fragen Hani, was er denkt, woher wir kommen. Dabei lehnt er die Theorie, dass wir Menschen vom Affen stammen, ab. Vielmehr glaubt er, dass wir Menschen von Gott gemacht wurden und Adam und Eva die ersten Menschen waren. Er lacht und sagt „Sie waren meine Vorfahren – keine Affen.“. Hier gehen unsere Meinungen etwas auseinander. Marie z.B. glaubt an die Evolutionstheorie. Sie erinnert sich an eine Begegnung mit einem Orang-Utan im Dschungel von Borneo. Das menschlich wirkende Gesicht mit seinen schlauen und tiefsinnigen Augen sowie die Mimik und Gestik des Affen sind uns nicht sehr unähnlich. Auf unsere Frage, was vor den Menschen war, hat Hani keine richtige Antwort. Ich frage mich, ob wir das jemals mit hundertprozentiger Sicherheit wissen können.

Unser Gespräch endet mit dem Gedanken, dass wir, obwohl wir unterschiedliche Religionen haben, alle irgendwie gleich sind. Alle wurden von dem einen Gott geschaffen, so Hani. Die Basis der Religionen ist demnach auch überall gleich. Wir haben mehr oder weniger dieselben Gebote, an die wir uns halten. Der Unterschied ist, wie man die Religion lebt. Der Fokus sollte aber dennoch darauf liegen, was uns verbindet und nicht darauf, was uns unterscheidet.

Was sind eure Erfahrungen mit dem Islam? Mit welchen Aussagen von Hani könnt ihr euch identifizieren? Habt ihr vielleicht irgendwo eine andere Meinung?

Ein schöner Abend geht zu Ende und Marie und ich fühlen uns total bereichert. Bereichert von einer neuen Perspektive. Wir merken wieder einmal, dass der Austausch zwischen den Religionen extrem wichtig ist, um Verständnis und Akzeptanz für den anderen zu entwickeln.

4 Kommentare

  1. Richtig gut geschriebener Artikel mit vielen vielen Gedanken, die mich zum Nachdenken anregen…

    Ich finde es so spannend, dass wir möglicherweise alle an die gleiche übernatürliche Kraft glauben, nur jede Religion ihr eigenes Gottesbild dafür erschafft. Und deshalb mag ich auch den Ansatz, nach Gemeinsamkeiten zu suchen.
    Uns verbindet am Ende so viel. Das habe ich auch beim Lesen eures Artikels gemerkt. Ich als Christin glaube auch daran, dass Gott uns manchmal in eine Krise schickt, damit wir schauen: „Okay, worin verbirgt sich in dieser Situation der Lerneffekt für mich?“ Genauso hat es Hani ja auch beschrieben: „Vielleicht ist das, was wir als Strafe sehen, gar keine Bestrafung sondern eine Art Liebeszeichen, damit der Mensch wieder mehr Beziehung mit Gott aufbaut.“ Das ist für mich ein sehr sehr schöner und auch verbindender Gedanke.

    Dass ein vermeintlicher Glaube und vielleicht auch Nichtwissen von gewaltbereiten Menschen missbraucht werden, muss wirklich stark abgegrenzt werden von den Menschen, die – wie Hani es beschreibt – „die den Koran gelesen und verstanden haben, nicht hassen – geschweige denn töten können.“ Ich glaube, diese Perspektive muss sich vor allem hier in Deutschland noch in vielen Köpfen festsetzen, um Fremdenhass vorzubeugen.

    Danke für den guten Artikel!

    • Marie sagt

      Liebe Desi, vielen Dank für deine Meinung! 🙂 Es freut uns total, dass dir der Artikel so gut gefallen hat und du dich darin wiederfinden kannst.
      Wir haben währenddessen auch gemerkt, wie viele Gemeinsamkeiten man entdecken kann, wenn man danach sucht! Umgekehrt funktioniert das leider auch. Man muss sich nur immer wieder selbst fragen, wovon wir als Menschen mehr profitieren… 🙂
      Wir wünschen dir ein wundervolles Wochenende! Alles Liebe, Chelli & Marie

  2. Norman Guhr sagt

    Liebe Chelli, liebe Marie,
    das ist so stark. Ich glaube, dass Hani etwas ganz Wichtiges im Herzen trägt, etwas dass uns tatsächlich verbindet, die Liebe. Die Liebe ist Gott, also auch Jesus Christus. Er trägt ihn im Herzen und wird von ihm verändert. Ein Prophet kann das nicht. Wenn er sich die Zeit nimmt, das NT zu lesen, wird er durch den Heiligen Geist erkennen können, dass Jesus als Sohn Gottes in der Welt war und nicht als Prophet. Wir alle haben einen wunderbaren Gott. Viele Glaubensfacetten werden durch seine Liebe bestimmt. Der Weg und das Ziel bleibt Jesus Christus.
    Euer Blog gefällt mir sehr, weil ihr damit Herzen verbindet. Seid ganz lieb gegrüßt, von Norman.

    • Chelli sagt

      Lieber Norman,

      vielen Dank für deine Gedanken und natürlich dein herzliches Feedback!

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