Alle Artikel in: Buddhismus

Fünf Bücher, die ihr unbedingt gelesen haben solltet (1)

Seit fast drei Monaten befinden wir uns aufgrund der Corona Pandemie in einem absoluten Ausnahmezustand. Wir dürfen uns nicht mehr treffen, Geschäfte sind geschlossen, der Urlaub fällt ins Wasser und gearbeitet wird von zu Hause. Um nur mal ein paar Dinge anzusprechen.  Ich nutze die Zeit zu Hause, um meiner ewig verschollenen Leseleidenschaft nachzukommen und wieder mal richtig viel zu lesen. Wenn ich so auf mein sich füllendes Bücherregal schaue, wächst in mir das Bedürfnis, einigen Büchern ein Shout-out zu geben und sie mit euch zu teilen. Hier sind meine absoluten Favoriten! Also los geht’s!  5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – Bronnie Ware Dieses Buch war für mich ganz besonders emotional, weil hier Bronnie Ware von ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin erzählt. In diesem Buch berichtet sie über Begegnungen und Gespräche mit Sterbenden und beleuchtet dabei, zu welchen Einsichten und Erkenntnisse die Menschen in ihren letzten Wochen, Tagen und Stunden kommen. Anhand von herzergreifenden Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit fasst sie fünf Dinge zusammen, die aus ihrer Sicht die Sterbenden am meisten bereuen. Ich …

Ein Armband als Erinnerung für mehr Nächstenliebe

„Und was sollen wir sagen?“ fragt mich Marie während wir im englischen Chelmsford auf einen Obdachlosen zugehen. „Das werden wir schon sehen – das ergibt sich.“ versuche ich uns zu beruhigen und meine eigenen Hemmungen zu überspielen. Wir nähern uns dem Vodafone Laden, vor dem ein Mann auf dem Boden sitzt. Während er Armbänder flechtet und wir ihn begrüßen, blickt er auf. Er sieht älter aus, als er ist. Seine angefertigten Armbänder erleichtern uns den Gesprächseinstieg. Marie fragt neugierig, was er da macht. Wir sind interessiert und gehen neben ihm in die Hocke. Und so beginnt unser Gespräch. Ein Gespräch, das die nächsten 60min dauert und Marie und mich nachhaltig verändern wird.  Im letzten Semester studierten Marie und ich in Großbritannien und lebten in dem kleinen typisch englischen Städtchen Chelmsford. Unsere Sonntage verbrachten wir häufig im nicht weit entfernten London und besuchten die Hillsong Church. Dabei ist es fast schon zur Tradition geworden, den Sonntagabend danach mit ein-zwei Pints Cider in unserem Lieblingspub ausklingen zu lassen. Ich erinnere mich gern an unsere Gespräche. Wieder einmal …

Unsere England-Experience

„Oh, you are from Germany!“ Der englische Mönch strahlt und erzählt uns sogleich eine Anekdote aus seinem Leben, als er noch mit einem alten Bus durch Europa gereist ist. Die Polizei in Deutschland, so sagt er, hatte ihn einmal im Visier. Damals stand er ziemlich lange mit seinem Bus an einem Ort. Mitten in der Natur an einem Fluss, um ausgiebig das Herz-Sutra zu studieren. Das Herz-Sutra gehört zu den wichtigsten Schriften des Mahayana-Buddhismus. Es enthält sozusagen den Kern, das „Herz“ der buddhistischen Lehre. Es ist vergleichsweise kurz. Um also die buddhistische Weisheit zu verinnerlichen, rezitieren viele Gläubige das Herz-Sutra gewissenhaft jeden Tag. Zum Beispiel in Form eines Mantras. Während der Mönch also fleißig tagelang an einem Fluss in Deutschland das Herz-Sutra studiert hat, wurde die Polizei auf ihn aufmerksam. Was war das für ein komischer Mann, der alleine in einem Bus lebt und Tag für Tag seltsame Verse vorliest? War es möglich, dass er etwas Kriminelles plant? Die heimliche Überwachung durch die Polizei begann. Bis es den Beamten irgendwann zu bunt wurde und sie …

4 Dinge, die ich während eines buddhistischen Wochenend – Retreats gelernt habe

Während andere Menschen den ersten Advent auf dem Weihnachtsmarkt verbringen oder die Zeit nutzen, um das Haus weihnachtlich zu dekorieren, erlebten Marie und ich zwei intensive Tage fernab von all dem Trubel. Unser Wochenende verbrachten wir in Tharpaland – einem internationalem buddhistischen Retreat Center der Neuen Kadampa Tradition (NKT). Die nächsten beiden Tage wollten wir unseren Alltag hinter uns lassen, uns entspannen und meditieren! Das Ganze sollte im Schweigen passieren – ja genau, richtig – im Schweigen. Von Freitagabend bis Sonntagmittag durfte also weder verbal noch nonverbal kommuniziert werden! Gar nicht mal so leicht. Das Retreat war meine erste Erfahrung mit Meditation. Als Christin war das Meditieren nie ein Thema und war der Meinung, dass das nichts für mich ist. Ich meine, dann kann ich doch auch gleich einfach beten… Nun ja, durch Marie hat sich meine Einstellung ein wenig geändert und ich bin dem Thema gegenüber offener geworden. Als mir Marie von dem Retreat erzählt hat, zögerte ich also nicht lange und begleitete sie. Ich meine, ich kann doch nicht einfach etwas ablehnen, was …