Autor: Chelli

Dürfen Christ/innen reich sein?

In den letzten Wochen habe ich mich viel mit dem Thema Finanzen auseinandergesetzt. Immer wieder bin ich zu der Frage gekommen, ob finanzieller Reichtum für Gläubige überhaupt okay ist. Ist Armut nicht eher ein Zeichen für Glaubensstärke? Sollte ich als Christin nicht bescheiden leben – fromm, großzügig und demütig, um damit der Wesensart Jesu zu entsprechen?  Für die Frage, wie sich Gott unsere Finanzen wünscht, müssen wir erst mal klären, was finanzieller Reichtum bedeutet. Würdest du sagen, dass du reich bist, wenn du … jeden Tag genug zu essen hast?  … nicht in einer WG wohnen musst, sondern dir eine eigene Wohnung leisten kannst? … dir diese Wohnung sogar gehört? … einen 450€ Job hast? … mehr als 50.000€ oder 100.000€ im Jahr verdienst?  … es dir leisten kannst, zweimal im Jahr in ein anderes Land zu reisen? Für den einen hat man es in den „Kreis der Reichen“ geschafft, wenn 100.000€ auf dem Konto sind. Ein anderer fühlt sich schon bei 50.000€ reich. Fakt ist, dass wir in Deutschland wohlhabender sind als der Großteil …

Fünf Bücher, die ihr unbedingt gelesen haben solltet (1)

Seit fast drei Monaten befinden wir uns aufgrund der Corona Pandemie in einem absoluten Ausnahmezustand. Wir dürfen uns nicht mehr treffen, Geschäfte sind geschlossen, der Urlaub fällt ins Wasser und gearbeitet wird von zu Hause. Um nur mal ein paar Dinge anzusprechen.  Ich nutze die Zeit zu Hause, um meiner ewig verschollenen Leseleidenschaft nachzukommen und wieder mal richtig viel zu lesen. Wenn ich so auf mein sich füllendes Bücherregal schaue, wächst in mir das Bedürfnis, einigen Büchern ein Shout-out zu geben und sie mit euch zu teilen. Hier sind meine absoluten Favoriten! Also los geht’s!  5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – Bronnie Ware Dieses Buch war für mich ganz besonders emotional, weil hier Bronnie Ware von ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin erzählt. In diesem Buch berichtet sie über Begegnungen und Gespräche mit Sterbenden und beleuchtet dabei, zu welchen Einsichten und Erkenntnisse die Menschen in ihren letzten Wochen, Tagen und Stunden kommen. Anhand von herzergreifenden Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit fasst sie fünf Dinge zusammen, die aus ihrer Sicht die Sterbenden am meisten bereuen. Ich …

Ein Armband als Erinnerung für mehr Nächstenliebe

„Und was sollen wir sagen?“ fragt mich Marie während wir im englischen Chelmsford auf einen Obdachlosen zugehen. „Das werden wir schon sehen – das ergibt sich.“ versuche ich uns zu beruhigen und meine eigenen Hemmungen zu überspielen. Wir nähern uns dem Vodafone Laden, vor dem ein Mann auf dem Boden sitzt. Während er Armbänder flechtet und wir ihn begrüßen, blickt er auf. Er sieht älter aus, als er ist. Seine angefertigten Armbänder erleichtern uns den Gesprächseinstieg. Marie fragt neugierig, was er da macht. Wir sind interessiert und gehen neben ihm in die Hocke. Und so beginnt unser Gespräch. Ein Gespräch, das die nächsten 60min dauert und Marie und mich nachhaltig verändern wird.  Im letzten Semester studierten Marie und ich in Großbritannien und lebten in dem kleinen typisch englischen Städtchen Chelmsford. Unsere Sonntage verbrachten wir häufig im nicht weit entfernten London und besuchten die Hillsong Church. Dabei ist es fast schon zur Tradition geworden, den Sonntagabend danach mit ein-zwei Pints Cider in unserem Lieblingspub ausklingen zu lassen. Ich erinnere mich gern an unsere Gespräche. Wieder einmal …

Zurück zur Wurzel.

Wissbegierig. Lustig. Inspirierend. Müsste ich Dina in nur drei Worten beschreiben, wären es genau diese. Dina ist aber natürlich noch viel mehr! Sie ist eine großartige Freundin und eine super Leiterin meiner Kleingruppe im ICF Halle (International Christian Fellowship). Da habe ich sie vor ungefähr einem Jahr kennengelernt. Sie hat ein bemerkenswert tiefes Vertrauen in Gott und ein unfassbar großes Herz. Das schlägt vor allem für Israel. Seit 2017 ist sie unter anderem auch für das Movement ReformaZion (dazu später mehr) in ganz Deutschland unterwegs. Erzählt mir Dina, dass sie am Wochenende verplant ist, bedeutet das zu 90%, sie ist entweder in Israel, auf einem Israelkongress oder auf irgendeiner anderen Israelveranstaltung. Doch woher kommt eigentlich ihre Begeisterung für Israel? Ich frage Dina, wann sie ihre Leidenschaft zu Israel entdeckt hat und sie erklärt, dass sie schon immer damit gelebt hat. Sie ist quasi mit der Liebe zu dem Land aufgewachsen. In Dinas ersten Lebensjahren ist sie selbst noch Teil einer christlichen Glaubensgemeinschaft, die – wahrscheinlich mehr als andere Gemeinden – ihr Augenmerk auch auf Israel und das jüdische Volk richteten. …

Religion kann niemals Hass sein. Moslem Hani über seinen Glauben.

Es ist Mittwochabend. In gemütlicher Runde sitzen wir mit Maries syrischem Mitbewohner Hani zusammen. Wir bestellen uns Pizza, schlagen uns den Bauch voll und unterhalten uns über unseren Glauben. Wie jedes Mal, wenn ich bei Marie zu Besuch bin, beeindrucken mich Hanis Freundlichkeit und seine wahnsinnig friedliche Ausstrahlung. Ich bin gespannt, was er uns über sein Leben und seinen Glauben erzählen wird. Für mich ist es das erste Mal, dass ich mit einem Moslem so richtig über Religion spreche. Eigentlich verrückt, ist mir der Austausch unter Gläubigen doch so wichtig. Hani ist 28 Jahre alt. Er kommt aus Damaskus und lebt seit mehr als zwei Jahren in Deutschland. In Magdeburg ist er in den letzten Zügen seines Masterstudiums. Wo für mich ein komplettes Studium in einer anderen Sprache unvorstellbar wäre, will Hani unbedingt Elektrotechnik auf Deutsch studieren. „Das war mein Traum eigentlich, hier weiter zu studieren in dieser Fachrichtung Erneuerbare Energie.“, erzählt uns Hani mit leuchtenden Augen. Die Idee nach Deutschland zu kommen, kam ihm 2007, nachdem sein Vater für zwei Monate in Kaiserslautern gearbeitet hat. Außerdem …

4 Dinge, die ich während eines buddhistischen Wochenend – Retreats gelernt habe

Während andere Menschen den ersten Advent auf dem Weihnachtsmarkt verbringen oder die Zeit nutzen, um das Haus weihnachtlich zu dekorieren, erlebten Marie und ich zwei intensive Tage fernab von all dem Trubel. Unser Wochenende verbrachten wir in Tharpaland – einem internationalem buddhistischen Retreat Center der Neuen Kadampa Tradition (NKT). Die nächsten beiden Tage wollten wir unseren Alltag hinter uns lassen, uns entspannen und meditieren! Das Ganze sollte im Schweigen passieren – ja genau, richtig – im Schweigen. Von Freitagabend bis Sonntagmittag durfte also weder verbal noch nonverbal kommuniziert werden! Gar nicht mal so leicht. Das Retreat war meine erste Erfahrung mit Meditation. Als Christin war das Meditieren nie ein Thema und war der Meinung, dass das nichts für mich ist. Ich meine, dann kann ich doch auch gleich einfach beten… Nun ja, durch Marie hat sich meine Einstellung ein wenig geändert und ich bin dem Thema gegenüber offener geworden. Als mir Marie von dem Retreat erzählt hat, zögerte ich also nicht lange und begleitete sie. Ich meine, ich kann doch nicht einfach etwas ablehnen, was …

Warum die Emanzipation der Frau an Kirchentüren oft Halt macht

Brave.  Unter diesem Motto stand die diesjährige Ladies Lounge des ICF. Das ICF (International Christian Fellowship) ist eine christliche Freikirche, die mit lebensnahen Predigten und modernem Lobpreis vor allem jüngere Leute anzieht. Vor einigen Jahren rief Susanna Bigger – die Gründerin und Senior Pastorin des ICF Movements – eine Konferenz ausschließlich für Frauen ins Leben. Ziel dabei ist, Zeit mit Gott zu verbringen, Gemeinschaft unter Frauen zu schaffen und die Ladies zu ermutigen. Im letzten Jahr habe ich an der Ladies Lounge in München teilgenommen – dieses Jahr war ich in Berlin dabei. Die Konferenz fand an einem der beiden ersten Novemberwochenenden an unterschiedlichen Standorten statt: Zürich, Stuttgart, Karlsruhe, Tel Aviv, Leiden und vielen mehr. Aufgeregt und voller Vorfreude fuhr ich am 09. November nach Berlin. Die Ladies Lounge, die in den Räumlichkeiten einer Baptisten-Gemeinde in Berlin Schönefeld stattfand, war mit 500 Plätzen ausverkauft. Viele reisten aus den umliegenden ICF Standorten Leipzig und Dresden an, um zusammen Jesus zu feiern. Gemeinsam Herzen öffnen, Mut und Hoffnung schöpfen. Männer sah man auf dieser Konferenz nur spärlich. …