Monate: Dezember 2018

Können Tarot-Karten in die Zukunft blicken? Mein Besuch bei einer Wahrsagerin [Part I]

Es ist Samstagabend, der dritte Advent steht kurz bevor und auf dem städtischen Weihnachtsmarkt herrscht reges Gedränge. Ich schlendere mit einer Freundin über den mittelalterlichen Teil des Marktes und wir unterhalten uns über das vergangene Jahr und unsere Träume für das neue. Umbrüche, offene Fragen und auch Widersprüche beschäftigen uns, ein paar Antworten wünschen wir uns wohl beide. Vielleicht ist es kein Zufall, dass wir ausgerechnet in diesem Moment an einem geheimnisvollen, kleinen Zelt vorbeikommen, das mit dem Legen von Tarot-Karten wirbt. Eine ältere Dame mit breitkrempigem Hut und einem toten Fuchs um den Hals kommt gerade daraus hervor. Ihre Miene ist düster, ihr Blick unfreundlich. Klischee Jahrmarkthexe erfüllt, schießt es mir durch den Kopf. Trotzdem überwinde ich mich zu fragen, was der Spaß kostet. 10 Euro für einen fünfzehnminütigen Blick in die nahe Zukunft. Das kann ich mir mit meinem knappen Studentenbudget gerade noch so leisten. Also raus aus der winterlichen Kälte und dem Markttrubel und rein in das wohlig beheizte Zelt. Drinnen ist gerade einmal Platz für einen kleinen Tisch, drei Stühle und …

4 Dinge, die ich während eines buddhistischen Wochenend – Retreats gelernt habe

Während andere Menschen den ersten Advent auf dem Weihnachtsmarkt verbringen oder die Zeit nutzen, um das Haus weihnachtlich zu dekorieren, erlebten Marie und ich zwei intensive Tage fernab von all dem Trubel. Unser Wochenende verbrachten wir in Tharpaland – einem internationalem buddhistischen Retreat Center der Neuen Kadampa Tradition (NKT). Die nächsten beiden Tage wollten wir unseren Alltag hinter uns lassen, uns entspannen und meditieren! Das Ganze sollte im Schweigen passieren – ja genau, richtig – im Schweigen. Von Freitagabend bis Sonntagmittag durfte also weder verbal noch nonverbal kommuniziert werden! Gar nicht mal so leicht. Das Retreat war meine erste Erfahrung mit Meditation. Als Christin war das Meditieren nie ein Thema und war der Meinung, dass das nichts für mich ist. Ich meine, dann kann ich doch auch gleich einfach beten… Nun ja, durch Marie hat sich meine Einstellung ein wenig geändert und ich bin dem Thema gegenüber offener geworden. Als mir Marie von dem Retreat erzählt hat, zögerte ich also nicht lange und begleitete sie. Ich meine, ich kann doch nicht einfach etwas ablehnen, was …

Warum die Emanzipation der Frau an Kirchentüren oft Halt macht

Brave.  Unter diesem Motto stand die diesjährige Ladies Lounge des ICF. Das ICF (International Christian Fellowship) ist eine christliche Freikirche, die mit lebensnahen Predigten und modernem Lobpreis vor allem jüngere Leute anzieht. Vor einigen Jahren rief Susanna Bigger – die Gründerin und Senior Pastorin des ICF Movements – eine Konferenz ausschließlich für Frauen ins Leben. Ziel dabei ist, Zeit mit Gott zu verbringen, Gemeinschaft unter Frauen zu schaffen und die Ladies zu ermutigen. Im letzten Jahr habe ich an der Ladies Lounge in München teilgenommen – dieses Jahr war ich in Berlin dabei. Die Konferenz fand an einem der beiden ersten Novemberwochenenden an unterschiedlichen Standorten statt: Zürich, Stuttgart, Karlsruhe, Tel Aviv, Leiden und vielen mehr. Aufgeregt und voller Vorfreude fuhr ich am 09. November nach Berlin. Die Ladies Lounge, die in den Räumlichkeiten einer Baptisten-Gemeinde in Berlin Schönefeld stattfand, war mit 500 Plätzen ausverkauft. Viele reisten aus den umliegenden ICF Standorten Leipzig und Dresden an, um zusammen Jesus zu feiern. Gemeinsam Herzen öffnen, Mut und Hoffnung schöpfen. Männer sah man auf dieser Konferenz nur spärlich. …